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Study Visit Rheinland 2016

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Study Visit der Regionalgruppe Rheinland am 6. und 7. Oktober 2016

Der zweitägige Study Visit der Regionalgruppe Rheinland widmete sich im Oktober 2016 dem Thema „Steuerung mit Kennzahlen und Indikatoren“. Die aus ganz Deutschland und sogar dem benachbarten Ausland angereisten Teilnehmer stimmten sich zunächst in Köln mit drei hochkarätigen Impulsvorträgen fachlich auf die Besuche ein. Eine Referentin des nordrheinwestfälischen Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung erläuterte den Teilnehmern die Überlegungen und Abstimmungsprozesse, die zu den verwendeten Kennzahlen bei der Vergabe und Kontrolle der Gelder des Hochschulpaktes führten. Anschließend zeigte ein Vertreter der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Möglichkeiten und Grenzen der Interpretation der im Förderatlas zusammengetragenen Kennzahlen auf und problematisierte deren Aussagekraft vor dem Hintergrund von Zuordnungsschwierigkeiten und Datenproblemen. Schließlich gab ein Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln den Teilnehmern Einblicke in die Verwendung von Indikatoren und Kennzahlen bei der internen Mitarbeitersteuerung – eine im Wissenschaftsbereich zumindest derzeit noch sehr unübliche Anwendung von Kennzahlen.

Nach angeregten Diskussionen zogen die Teilnehmer in einem internen Workshop Lehren aus dem Gehörten. Bei allen Vorträgen war deutlich geworden, dass Kennzahlen nicht für sich stehen, sondern lediglich eine fundierte Grundlage für weitergehende Diskussionen bilden. Sie erfordern ein hohes Maß an begleitender Kommunikation und lange Zeiträume, bis sie akzeptiert und wirksam werden können. Eindrücklich wurde auch, dass die Diskussionen umso schwieriger werden, je unmittelbarer die Auswirkungen der Nutzung von Kennzahlen bei Steuerungsprozessen für die Diskussionsteilnehmer sind. Eine hervorragende Datenqualität ist grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit mit Kennzahlen. Die aufgeworfenen Fragen wurden anschließend beim gemütlichen Get Together weiter vertieft und das Netzwerk unter den Teilnehmern enger geknüpft.

Am nächsten Tag besuchten die Teilnehmer die Bayer AG in Leverkusen und erhielten dort neben einer Darstellung der Tätigkeit des Weltkonzerns interessante Einblicke in die Verwendung von Kennzahlen bei der Steuerung des Konzerns und speziell bei der Auswahl von Forschungsprojekten. Von 100 begonnenen Forschungsprojekten erreicht regelmäßig nur eines die Marktreife als Produkt. Auch hier wurde deutlich, dass Kennzahlen nicht alleine zu einer Entscheidung führen, sondern die Grundlage von fundierten Diskussionen der Projektmitarbeiter mit der nächsten Führungsebene sind.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe als Abschluss des Study Visits den Wissenschaftsrat in Köln. Hier stand mit Erläuterungen zum Kerndatensatz Forschung noch einmal die Frage nach der Datenqualität im Mittelpunkt der Diskussionen. Es wurde deutlich, dass die immer wieder als Voraussetzung für die Nutzung dargestellte Qualität von Kennzahlen im Hochschulbereich noch lange nicht gegeben oder selbstverständlich ist. Nach einer anregenden Diskussion endete der Study Visit in Köln mit einem sehr positiven Feedback der Teilnehmer.